Fischotter: Süß, streng geschützt – doch für Fischwirte fatal
Sehenswerter Bericht des Bayrischen Fernsehens zum "Fischotter-Teichwirtschaftsproblem"
Für Teichwirte keine Neuigkeit: der Fischotter richtet weiterhin große Schäden an.
Dies zeigt auch der neue, sehenswerte Bericht Fischotter: Süß, streng geschützt – doch für Fischwirte fatal des Bayrischen Fernsehens.
Seit dem Jahr 2016 gibt es in Bayern ein Fischottermanagement, das auf Beratung, Zaunbau und Entschädigung setzt. Doch Elektro- und feste Schutzzäune werden nur mit 60 Prozent gefördert. Dies basiert auf der Rahmenrichtlinie für den Ausgleich von durch geschützte Tiere verursachten Schäden in der Fischerei und Aquakultur.
Die Errichtung von Schutzzäunen ist oft jedoch nicht praktikabel (Größe und Terrain der Teichflächen), sehr teuer und würde das wichtige aquatische Habitat und die Wasserversorgung auch für andere Tiere versperren. Auch Ausgleichszahlungen wie durch den Freistaat Bayern (im vergangenen Jahr in Höhe von 2,25 Mio. Euro – 97 Prozent der den Betrieben entstandenen Verluste) sind keine dauerhafte Lösung und der finanzielle Bedarf steigt jährlich.
So ist es nicht überraschend, dass Otter-Schäden Fischzüchter zur Betriebsaufgabe bewegen.
Anhand der Zahlen des Statistischen Berichts der Aquakultur lässt sich ein deutlicher Rückgang an Betrieben belegen. So gab es im Jahr 2011 noch 2.984 Betriebe mit Erzeugung von Fischen in Teichen (Fachserie 3 Reihe 4.6 - Erzeugung in Aquakulturbetrieben - 2011), während es 2024 nur noch 1.310 Betriebe waren (Statistischer Bericht - Aquakultur - 2024).
Dieser sehr deutliche Rückgang von 1.674 Betrieben (56.1 %) in den letzten 13 Jahren ist hochgradig besorgniserregend und teilweise auch auf die allgemeine Prädatoren-Problematik zurückzuführen.
Zu der Diskussion über den Umgang mit Prädatoren gibt es ein interessantes Interview mit Prof Dr. Sven Herzog, Dozent für Wildökologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden: „ln den letzten 100 Jahren ist keine Art, die dem Jagd recht unterlag, ausgestorben" zum download.